Semester: SoSe 2024
Semester: Semesterübergreifende Kurse

In der frühen Kaiserzeit entstanden während der Regierungszeit zwei wichtige Werke der lateinischen Dichtkunst: Die Aeneis des Vergil und die Metamorphosen des Ovid. In beiden Werken werden mythologische Erzählungen beschrieben, von denen wir in der römischen Bildkunst verschiedene Darstellungen haben. Eine der wichtigsten Bild-Quellen sind Wandmalereien in Pompeji.

Im Seminar wollen wir uns diesen Mythenerzählungen und -darstellungen im Kontext der augusteischen Epoche widmen. Zu fragen wird sein, welche Episoden überhaupt Reflexe in der Bildkunst auslösten und wie sich Text und Bild zueinander verhalten: Übernehmen die Bilder exakt die Erzählungen? Welche Momente der Mythen werden überhaupt dargestellt? In welchen Kontexten finden wir derartige Darstellungen und wie wurden sie vom Betrachter in welcher Situation wahrgenommen? Wie verhielten sich diese Bildthemen nach der augusteischen Epoche? Die Auseinandersetzung mit diesen beiden medialen Quellen soll ein Verständnis für das Kunstschaffen der augusteischen Epoche, für den Umgang der Römer mit Mythen, aber auch für die Arbeitsweise von römischen Künstlern und für die Methodik der Bildanalyse schaffen.

Alle Kommunikation erfolgt über Moodle. Die erste Sitzung findet am 17.4. statt. In der ersten Sitzung besprechen wir den weiteren Zeitplan und das inhaltliche Programm.

 Teilnahme:

Für die erfolgreiche Teilnahme ist die Übernahme eines Referats verpflichtend

MAP:
Verschriftlichung des Referats als Hausarbeit

Semester: SoSe 2024

Für das Verständnis von Regionen, Epochen und historischen Entwicklungen im Fach Klassische Archäologie ist die Kenntnis der verschiedenen antiken Keramikgruppen eine sehr wichtige Grundlage.

Über die detaillierte Aufnahme erfolgt in der Regel eine intensive Auseinandersetzung mit dem Objekt. Anhand von Originalobjekten wollen wir einen weiten Bogen über die Entwicklung der verschiedenen Formen, Stile und Merkmale der griechischen Keramik spannen, um Grundlagen in der Bestimmung zu schaffen. Wir werden üben, welche Daten zu erfassen sind, wie die Funde jeweils dokumentiert werden (Beschreibung, Foto, Zeichnung per Hand und digital) und wie auf dieser Grundlage eine wissenschaftliche Einordnung der Objekte erfolgen kann. Derartige Fähigkeiten sind nicht nur für die Teilnahme an Feldforschungsprojekten von großer Wichtigkeit, sondern auch für eigene Forschungsprojekte im Rahmen von Qualifikationsarbeiten.

Das Seminar ist zweiwöchig auf jeweils 4 Stunden angelegt. Bei sehr vielen Teilnehmenden wird das Seminar u. U. in mehrere Gruppen aufgeteilt. Bitte halten Sie sich deshalb vorab alle Donnerstag Vormittage im Semester frei.

Alle Kommunikation erfolgt über Moodle. Die erste Sitzung findet am 18.4. statt.

Zur Bestätigung der erfolgreichen Teilnahme ist eine regelmäßige Mitarbeit erforderlich.


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Der Tempel nimmt in der griechischen Architektur und Skulptur eine Schlüsselrolle ein. Die Kenntnisse der wichtigsten Grundstrukturen, ihrer Entwicklung, Begrifflichkeiten, regionalen Besonderheiten und Bildprogramme sind ein fundamentales Gerüst für jegliche Auseinandersetzung mit dem Fach Klassische Archäologie.

In dem Seminar werden wir anhand verschiedener gut erhaltener Beispiele die Grundformen und die chronologische Entwicklung des Tempelbaus nachverfolgen. Dabei soll die richtige Terminologie der einzelnen architektonischen Elemente geübt werden, aber auch das Sehen und verstehen des Bezugs der einzelnen Architekturglieder zueinander. Ziel ist es, ein solides Grundwissen zur Tempelarchitektur Griechenlands und der Magna Grecia zu vermitteln und die Denkmälerkenntnis zu steigern, so dass bestimmte Tempelbauten zukünftig an ihren Eigenheiten erkannt oder anhand von klaren Kriterien regional und chronologisch eingeordnet werden können.

Die erste Sitzung findet am 17.4. statt. In der ersten Sitzung besprechen wir den weiteren Zeitplan und das inhaltliche Programm.

Zur Bestätigung der erfolgreichen Teilnahme ist eine regelmäßige Mitarbeit und das Bearbeiten von Aufgaben erforderlich.

 MAP: Schriftliche Baubeschreibung eines Tempels in Form einer Hausarbeit

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In der Übung wird Grundwissen zum Thema „Ägyptische Religion“, insbesondere in Verbindung mit der materiellen Kultur des Landes vermittelt. Dabei spielen neben der Götterwelt v. a. der sog. Jenseitsglauben, Kulte und Rituale, aber auch religiöse Feste oder Tätigkeiten in den verschiedenen Arten von Heiligtümern eine Rolle. Auch theoretische Fragen und religionshistorische Ansätze aus der Ägyptologie werden einbezogen. Zur Vorbereitung auf die einzelnen Themen werden einfach Texte gelesen und diskutiert. Darüber hinaus werden von allen Teilnehmer:innen Kurzreferate zu einzelnen Themenkomplexen erarbeitet und gehalten. Arbeitsleistung: Referat, intensive Teilnahme an den Diskussionen, wöchentlich vorzubereitende Lektüre.

Semester: SoSe 2024

In diesem Seminar erhalten Sie anhand ausgewählter Beispiele aus dem Depot des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung Berlin (SMB SPK) einen umfassenden Einblick in die Materialkunde der (alt-)ägyptischen Textkultur. In wöchentlichen Sitzungen, die entweder in den Ausstellungsräumen des Neuen Museums selbst oder direkt in den Sammlungsdepots stattfinden werden, lernen Sie die Eigenheiten der Schrift- und Bildmedien Papyrus, Ostrakon, Textil und Pergament, wie sie aus Ägypten und Nubien auf uns gekommen sind, näher kennen. Der Fokus der Lehrveranstaltung wird dabei auf Papyrus liegen, wobei Sie sich mit dem Umgang mit diesen Schriftträgern im Altertum aber auch in der Moderne auseinandersetzen werden. In diesem Zusammenhang lernen Sie Fachtermini, regionale und zeitliche Qualitätsunterschiede, Klebearten, Faltungen (z.B. Amulette), Nutzungsspuren und verschiedene Schriftarten kennen. In Gruppen- und Individualarbeiten, zu denen auch die Lektüre ausgesuchter Beiträge aus den Bereichen der Materialen Textkulturen, Papyrologie, Restaurierung, Museologie und Philologie gehören, erwerben Sie neben theoretischem Know-How auch essenzielles Praxiswissen zum Handling dieser Objekte im Forschungs- oder Ausstellungskontext. Ihre Leistungspunkte erhalten Sie durch die aktive Teilnahme am Kursgeschehen, regelmäßiges Erscheinen und das Übernehmen eines Referats. Kenntnisse des Mittel- oder Neuägyptischen sind wünschenswert, aber nicht verpflichtend.

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Als Bildschmuck antiker Bauwerke und Monumente (Tempel, Altäre, Ehrenbögen und Ehrensäulen) spielen römische Staatsreliefs eine bedeutende Rolle. Sprechen wir von Architekturen als öffentliche Kommunikationsmedien, als Staatsdenkmäler im engeren Sinne, so geschieht dies nicht zuletzt auf der Grundlage ihres Dekors, ihrer künstlerischen Aufwertung, welcher die Staatsreliefs in hohem Grade Rechnung tragen. Kein Wunder also, wenn man letztere als eine zentrale Gattung der römischen Kunst erachtet. Der Anlass, sie näher besehen zu wollen, resultiert daraus indes nicht allein. Denn genauso zentral wie die Gattung selbst ist ihre Forschungssituation: Wurden römische Staatsreliefs von Seiten der älteren Forschung noch als dokumentierende Quellen der Ereignisgeschichte, als Illustrationen konkreter historischer Vorgänge verstanden, stellen neuere Ansätze eher die durch sie geehrteNein Person(en) in den Vordergrund, reden von Staatsreliefs als zelebrierende Werke, mittels derer Leistungen, Verdienste und Tugenden jener Personen(en) gerühmt und gefeiert werden sollen. Ein solches Konzept, das die Staatsreliefs als Medien werteorientierter Diskurse definiert, verfolgt und erprobt das Seminar anhand ausgewählter Befunde, sowohl aus der Zeit der späten Republik, wie vor allem der Kaiserzeit.

Literatur

T. Hölscher, Die Geschichtsauffassung in der römischen Repräsentationskunst, JdI 95 (1980) 265ff.
T. Hölscher, Staatsdenkmal und Publikum. Vom Untergang der Republik bis zur Festigung des Kaisertums in Rom (1984).
G. Koeppel, Die historischen Reliefs der römischen Kaiserzeit 1-9, BJb 184-192 (1984-1992). [Diverse Aufsätze]
E. Mayer, Rom ist dort, wo der Kaiser ist (2002).
M. Oppermann, Römische Kaiserreliefs (1985).
I. Scott Ryberg, Rites of the State Religion in Roman Art (1955).
M. Torelli, Typology and Structure of Roman Historical Reliefs (1982).

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme: Regelmäßige Anwesenheit und Mitarbeit, sowie Übernahme eines Referats.
Prüfungsleistung: Schriftliche Hausarbeit (ca. 15 Seiten).

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Im Rahmen dieses Seminars werden wir uns der Lektüre und der grammatischen Analyse eines in späthieratischer Schrift abgefassten frühdemotischen Textes auf dem P. Vandier (P. Lille 139) widmen. Auf der recto-Seite dieses Papyrus ist die sogenannte „Mi'jare'-Erzählung“ niedergeschrieben. Wir werden den Text nicht nur inhaltlich und kulturgeschichtlich kontextualisieren, sondern uns auf dessen Grundlage auch intensiv mit den grammatischen Merkmalen des Jüngeren Ägyptischen auseinandersetzen. Eine wöchentlich fortlaufende Lektüre des Originaltextes (Transkription, Glossierung und Übersetzung) sowie die Auseinandersetzung mit ausgewählter Sekundärliteratur, sind essenziell für eine erfolgreiche Teilnahme am Kurs. Nebenbei werden Soft-Skills wie die Kodierung von Hieroglyphen mit JSesh, der Umgang mit dem Online-Repositorium TLA und die Glossierung vertieft sowie register-angemessene Übersetzung von altägyptischen Originaltexten zur Diskussion gestellt. Hieratisch-Kenntnisse sind erwünscht, aber nicht obligatorisch; nachweisbare Kenntnisse des Neuägyptischen werden vorausgesetzt.


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Die Stadt Athen bildet das kulturelle Zentrum der griechischen Welt von der geometrischen Epoche bis in die Spätantike. Das Kennen und Verstehen ihrer Topographie wird Ziel dieses Seminars sein. Nach einer allgemeinen Einführung in die einzelnen Phasen der Entwicklung der Stadt, soll der zugehörige archäologische Kontext anhand der wichtigsten Fundplätze und Fundmaterial durch Referate vorgestellt werden.  Die Veranstaltung bietet außerdem, durch die Anwesenheit eines Gastdozenten (Prof. Vincenzo Capozzoli, Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne), eine Mischung aus Online und Präsenz- Veranstaltungen mit Anwendung digitaler Methoden.

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Das Seminar soll sowohl eine Übersicht über die gängigen Methoden und Theorien der ägyptischen Archäologie als auch eine Vorstellung wichtiger Fundplätze des Alten Ägypten und Nubien bieten. Der thematische Rahmen soll dabei weder zeitlich noch geographisch begrenzt sein. Wir werden uns stattdessen verschiedenen antiken Fundstätten aus unterschiedlichen Teilen des Landes widmen und dabei eine möglichst große chronologische Bandbreite abdecken.

Darüber hinaus werden thematische Einzelsitzungen spezielle Aspekte und Fragestellungen behandeln und Einblicke in verschiedene Tätigkeitsfelder der Ägyptologie bieten.

Für die einzelnen Sitzungen werden als Vorbereitung Texte gelesen und während der Seminartermine diskutiert.

Das Seminar richtet sich in erster Linie an Studienbeginner*innen. Vorkenntnisse sind nicht nötig, jedoch sind die regelmäßige und aktive Mitarbeit sowie die Teilnahme an Diskussionen im Rahmen der Einzelsitzungen sowie die Kursvorbereitung von zu Hause und die Übernahme kleinerer Aufgabenstellungen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Abschluss des Seminars.

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Materielle Kultur der Antike in lebensweltlichen Kontexten II: Rom

Anschließend an das Modul ARCH 2 „Materielle Kultur der Antike I“ im vergangenen Seme­ster soll in dieser Vorlesung (und dem begleitenden Seminar sowie dem Tutorium) ein grundlegender Überblick über die römische Kultur erarbeitet werden.

Dabei wollen wir ausgehend von verschiedenen Bereichen des kulturellen Lebens (öffentlich-politischer Bereich der Macht, privater Lebensbereich im Haus, im Grab, Bereich der Unter­haltungskultur etc.) zentrale Einblicke in das Leben und den kulturellen Haushalt der römischen Gesellschaft erschließen und die jeweils hierfür relevanten Denkmäler- und Objektgattungen in ihrer entsprechenden historischen Aussagekraft beleuchten.

Die Vorlesung wird digital als asynchrone Lehr- & Lerneinheit erfolgen: Pro Woche bekommen Sie verschiedene Videos zu einzelnen Themeneinheiten auf Moodle hochgeladen, deren Inhalt Sie sich dann zeitlich und räumlich unabhängig erschließen können. Der in der Vorlesung eröffnete Inhalt wird dann in dem begleitenden Seminar, das in Präsenz am Donnerstag 16-18 Uhr stattfindet, vertieft, d.h. wiederholt und trainiert, ausgeweitet und diskutiert. Das Modul schließt mit einer Klausur in der letzten Woche der Vorlesungszeit ab.

Wichtig für alle weitere Absprache und Information ist, dass sich jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer so schnell wie möglich in den Moodlekurs zum Modul ‚Materielle Kultur der Antike II‘ einträgt.

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„Digitale Topographie des antiken Rom: Erfassung, Verwaltung und Präsentation von räumlichen Daten (GIS)“


Ziel der aus Vorlesung und Seminar sich zusammensetzenden Lehreinheit (Modul BA 9) ist es, am Beispiel der kaiserzeitlichen Stadt Rom die Möglichkeiten und Vorgehensweisen der digitalen Erfassung, Verwaltung und Präsentation von räumlichen Daten (GIS)  vorzustellen und zu trainieren. Dabei soll gemeinsam ein dreidimensionaler Stadtplan des kaiserzeitlichen Roms (Geländemodell) erarbeitet werden, mit Hilfe dessen die chronologische Veränderung der Stadt in den verschiedenen Zeitstufen auch visualisiert und studiert werden kann. Der in dem Modul erarbeitete digitale 3D-Stadtplan dient zum einen den Forschungsprojekten des Winckelmann-Instituts bei der Erforschung und digitalen Rekonstruktion Roms (digitales forum romanum & Co), zum anderen dient es der wissenschaftlichen Begleitung und Unterstützung zweier Computerspiele im antiken Rom, was wir seit einigen Semestern mit verschiedenen Lehrveranstaltungen begleiten.

Die beiden Lehrveranstaltungen sind jeweils für einen 4-Std-Block eingeplant. Dabei werden sich Einheiten der Wissensvermittlung (‚Vorlesung‘) und solche der gemeinsamen Arbeit und Training sowie der Eigenarbeit (‚Seminar‘) in loser Anordnung ergänzen.


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DER KRIEG UM TROIA:
BILDER EINES MYTHOS IN GRIECHENLAND UND ROM

Keine andere Mythenerzählung – und es gibt davon bekanntlich viele im antiken Griechenland und Rom – fand eine solche Beliebt­heit in den antiken Bilder­welten wie die Erzählung vom Kampf um Troia. Zu allen Zeiten und in allen Lebens­kontext finden wir Darstel­lun­gen dieses Sagenkreises: Paris entführt Helena, Achill streitet mit Agamemnon, bekämpf Hek­tor, tötet Penthesileia, Laokoon wird von den Schlangen getötet, Priamos stirbt beim Untergang von Troia, Aineias flieht, Menelaos versöhnt sich mit Helena, Aias bedrängt Kassandra etc. etc. Immer wieder sind es Szenen von bedrängenden Konstellationen menschlichen Handelns und menschlichen Schicksals, mit denen sich die antiken Gesellschaften umgaben: auf der Luxuskeramik des griechischen Symposions gleichermaßen wie in der Wandmalerei der römischen Häuser, im Bildschmuck der griechischen Tempel gleichermaßen wie auf den Sarkophagen in den römischen Gräbern.

Was aber machte die Beliebtheit dieses Sagen­kreises aus? Warum suchten die antiken Gesell­schaften immer wieder Bilder gerade dieses Mythos, um sich von ihnen in ihrem Leben zu umgeben? Und wie können wir heute diese Bilder umgekehrt wieder als historische Zeug­nisse ihrer Zeit entschlüsseln? Solche Fragen wollen wir im Rahmen des Seminars gemein­sam diskutieren – und die Bilder des troianischen Sagenkreises zugleich als Fallstudie nutzen: für eine grundsätzliche Einführung in die Fragestellungen und Methoden einer histori­schen Interpretation antiker Mythenbilder. Aus­gehend von den Referaten, die einzelne berühm­te, griechische oder römische Darstel­lun­gen (in Vasenmalerei, Großplastik, Reliefkunst, Wand­malerei & Mosaik) jeweils behandeln werden, wollen wir uns gemeinsam Schritt für Schritt einen umfas­senden Überblick über die Ge­schich­te der Troia-Bilder erarbeiten – und zu­gleich einen Einblick in den historischen Wandel im Umgang mit dem Troia-Mythos, von der Gesellschaft des archaischen Griechen­lands bis zu der des spätantiken Rom.

Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme am Seminar ist die regelmäßige Mitarbeit (Diskussion, kleinere Hausaufgaben) sowie die Übernahme eines mündlich gehaltenen Referatsvortrages. Wer die MAP (also den Abschluss des gesamten Moduls BA-Arch-4) in diesem Seminar abschließen möchte, sollte das mündlich gehaltene Referats im Sinne einer Hausarbeit nochmals verschriftlichen (als Training für das Schreiben und Organisieren von schriftlichen wissenschaftlichen Texten).

Semester: SoSe 2024

Die Ilias ist eines der ältesten und bedeutendsten literarischen Werke der europäischen Kultur überhaupt. Ihr Inhalt, ein Teil des zehn Jahre dauernden Trojanischen Krieges, ist so geschickt zusammengestellt, dass sich daraus nicht nur die eigentliche Handlung – Episoden des Zorns im letzten Kriegsjahr – sondern im Wesentlichen der gesamte Kriegsverlauf inklusive eines Großteils der Vorgeschichte erschließen lässt. Nicht zuletzt ist die Ilias auch eine wichtige Quelle für unser Verständnis der griechischen Mythologie, wird doch die Genese zahlreicher Beziehungen unter Göttern und Heroen erläutert und in der Kunst eben dargestellt.

In der Vorlesung soll der Frage nachgegangen werden, wie Griechen und Römer die Geschichte des Trojanischen Krieges dargestellt haben. Dabei werden nicht nur die Handlungsabläufe sozusagen illustriert, sondern auch Unterschiede und Veränderungen herausgearbeitet, die sich im Verlauf der Jahrhunderte ergeben.


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Siehe, mein Herz ist heimlich weggegangen. Es ist zu einem Ort gegangen, mit dem es vertraut ist. Es ist südwärts gefahren, damit es Memphis sieht. Wenn ich es doch auch wäre! Ich sitze da und warte auf mein Herz, damit es mir vom Zustand von Memphis berichtet. Keine Aufgabe in meiner Verantwortung gelingt mir, denn mein Herz ist von seinem Platz getrennt. Komm zu mir, oh Ptah, dass du mich mit nach Memphis nimmst. Lass mich dich in aller Freiheit sehen. Ich liege wach da, während mein Herz schläft. Aber mein Herz, es ist nicht in meinem Leib. Alle meine Glieder: sie sind vom Übel ergriffen: Mein Auge ist müde vom Ausschau halten; Mein Ohr: es füllt sich nicht mit Geräuschen. Meine Stimme ist heiser; meine Worte sind verdreht. Mein Herr, sei mir gnädig!“ (pAnastasi IV)

Die Stadt, nach der sich Schreiber aus der Mitte des 2. Jahrtausends v. Chr. sehnt, ist die Götter- und Königsstadt Memphis. Memphis blickt auf eine mehrere Jahrtausende währende Vergangenheit zurück und stellt damit einen der komplexesten, fundreichsten und dauerhaftesten Fundplätze Ägyptens dar. Die Überreste dieser antiken Stätte, die seit 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, befinden sich heute rund 18 km südlich der Stadt Kairo auf dem Westufer des Nils. Auf dem Wüstenplateau, welches sich am Westufer direkt an den Rand des Nilfruchtlandes anschließt und dabei das äußere Ende der Wüste Sahara bildet, befinden sich die Begräbnisplätze von Königen und Privatleuten aller Epochen der ägyptischen Geschichte.

Das Seminar soll einen Überblick über die Geschichte dieses Fundplatzes liefern und anhand ausgewählter Fallbespiele alle Aspekte der archäologischen Feldarbeit in Ägypten sowie die spezifischen historischen Zusammenhänge, die sich in der Materiellen Kultur ihrer jeweiligen Zeit widerspiegeln, näher beleuchten. Im Rahmen von Referaten zu verschiedenen memphitischen Fundplätzen, wie den Pyramidengrabanlagen des Alten und Mittleren Reiches, dem Tempelkomplex des lokalen Hauptgottes Ptah und den Privatgräbern des Neuen Reiches sollen sich die Seminar-Teilnehmer*innen selbstständig einen Einblick in die wichtigsten Befund- und Fundkategorien der großen historischen Epochen von der Frühzeit bis zur Spätzeit erarbeiten und im Rahmen eines 30-minütigen Referats den anderen Kursteilnehmer*innen präsentieren. Der Kurs richtet sich vornehmlich an Bachelor-Studierende. In Absprache mit der Kursleitung sind jedoch alle Studierenden herzlich willkommen. Die aktive und regelmäßige Mitarbeit, die Übernahme kleiner Aufgabenstellungen, der interaktiver Austausch untereinander sowie die Übernahme eines Referats werden vorausgesetzt.

Der Moodle-Kurs wird am 1.4.2024 freigeschaltet, sodass Sie vor Beginn der Vorlesungszeit einen Seminarplan, eine Literaturliste und die Liste an Referatsthemen erhalten, in die Sie sich dann bitte bis zum Beginn der Vorlesungszeit eintragen.

Semester: SoSe 2024

Griechische Tempel, Schatzhäuser und Grabbauten waren zum Teil reich mit plastischem Schmuck ausgestattet: Metopenbilder, reliefierte Friese, Giebelskulpturen und Akroterfiguren boten vielfältige Gelegenheit, einen Bau zu schmücken und mythische, z.T. aber auch reale Ereignisse darzustellen. In dem Seminar wird die wichtige Gattung der Bauskulptur von der Archaik bis in den Hellenismus an ausgewählten Beispielen verfolgt und werden Denkmälerkenntnisse vermittelt. Neben der stilistischen Entwicklung werden aber auch die thematischen Verbindungen zwischen der Bauskulptur und dem Kultinhaber oder den Bauherren in die Betrachtungen miteinbezogen. So wird bei jedem Monument auch die Frage nach dem religiösen, historischen und politischen Kontext gestellt und die Aussagemöglichkeit von figürlichem Dekor kritisch untersucht.

Durch die kritische Analyse exemplarischer Bildkomplexe archaischer und klassischer Tempel und Schatzhäuser im antiken Griechenland soll die Komplexität der griechischen Bauplastik gewürdigt werden. Folgende Fragen stehen im Vordergrund der Veranstaltung: Welche formalen Lösungen wurden für die Anbringung des figürlichen Schmucks im tektonischen Gefüge entwickelt, was wurde durch die abgebildeten Mythen artikuliert und in welcher Erzählform? Die implizite Funktion der bildlichen Ausformung des Mythos im Sakralbau soll darüber hinaus anhand der religions-, sozial- und mentalitätsgeschichtlichen Aspekte der Darstellungen für die jeweilige gesellschaftliche Gruppe eigens thematisiert werden.


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Im Fokus dieses Seminars stehen „Objekte“, die als Teil der Materiellen Kultur des Alten Ägyptens erschaffen und hinterlassen wurden. Nachdem sie von Handwerkern gefertigt und mitunter von Priestern belebt wurden, erfüllten sie an ihrem Aufstellungskontext (etwa im Grab oder im Tempel) eine ganz spezifische Funktion. Bereits zu antiker Zeit kam es zur Wiederbenutzung, wobei einzelne „Objekte“ mitunter mit anderen Funktions- und Bedeutungsansätzen versehen wurden.

Nach der Auffindung, etwa im Rahmen einer archäologischen Grabung, verlassen „Objekte“ ihren Fundkontext und werden an andere Orte transferiert. Häufig wurden sie vorallem ab der Mitte des 19. Jhs. zum Teil einer privaten Sammlung, die zu einem späteren Zeitpunkt an ein Museum überging. Mitunter ist auch das Museum, welches sich weit entfernt vom Ort der Herstellung, der Aufstellung und mitunter auch der Auffindung befindet, nicht die letzte Station innerhalb der Biographie eines „Objekts“.

In Zusammenarbeit mit den Restaurator*innen des Ägyptischen Museums und der Papyrussammlung er Staatlichen Museen zu Berlin sollen „Objekte“ und ihre jeweiligen Biographien in den Blick genommen werden. Dabei werden Materialien, Fertigungstechniken, Bedeutungsebenen sowie konservatorische und ethische Aspekte, die es bei der Verwandlung eines musealen zu einem Ausstellungsobjekts unbedingt zu beachten gilt, diskutiert. Das Ziel ist es, dass die Seminar-Teilnehmer*innen ein „Objekt“ frei wählen und die Biographie dieses Stückes eigenständig  nachzeichnen. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden im Rahmen von Vorträgen präsentiert und zu einer Hausarbeit verschriftlicht. Die regelmäßige und aktive Teilnahme, sowie die eigenständige Vor- und Nachbereitung des Kurses sind obligatorisch.

Semester: SoSe 2024

Provenienzforschung ist in jüngerer Zeit verstärkt in das Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit gerückt. Dabei steht häufig der Aspekt einer möglicherweise nach heutigen Maßstäben unrechtmäßigen Aneignung/Erwerbung von (antiken) Objekten im Vordergrund. Gerade aus archäologischer Perspektive kommt weiter die auf den ersten Blick banale, dennoch aber eminent wichtige Frage nach dem ursprünglichen Kontext von Objekten hinzu.

Vor diesem Hintergrund sollen in der Lehrveranstaltung exemplarisch einige Objekte und Objektgruppen eingehender betrachtet werden, welche geeignet sind, Herausforderungen und Probleme der Provenienzforschung zu beleuchtet. Neben rein archäologischen Belangen werden dabei auch legale und moralische Aspekte diskutiert. Neben wissenschaftsgeschichtlichen werden auch grundlegende praxisbezogene Kenntnisse in der wissenschaftlichen Dokumentation (antiker) Artefakte vermittelt.


Semester: SoSe 2024

Mit der Ausdehnung des Römischen Reiches nach Norden gerieten Regionen und Landschaften ins Blickfeld, die bis zur Ankunft der Römer nur wenige städtische Siedlungen kannten. Im Zuge eines als "Romanisierung" bezeichneten Prozesses entstanden - nicht nur an den Hauptverkehrswegen – Städte und Siedlungen, die spätestens seit dem 1. Jahrhundert n. Chr. das Antlitz der Provinzen prägten.
In dem Seminar wird ein Überblick über die Entwicklung vom 1. bis ins 4. Jahrhundert nach Chr. erarbeitet. Hierbei stehen neben der 'Möblierung' der Städte mit zentralen Funktionsbauten auch das Verhältnis zwischen Stadt und Umland, die Bedeutung von Handels- und Verkehrswegen und die Funktion der Militärlager im Zentrum der Betrachtung. Zugleich wird durch Museumsbesuche ein Einblick in das Fundgut der Römischen Provinzen gewonnen.
Ziel ist es, einen methodischen Zugang zum komplexen Bild römischer Urbanistik in den Nordwestprovinzen zu erreichen.

Lit.:

  • H. von Hesberg, H.-J. Schalles, P. Zanker (Hrsg.), Die römische Stadt im 2. Jahrhundert n. Chr. Der Funktionswandel des öffentlichen Raumes. Kolloquium in Xanten vom 2. bis 4. Mai 1990, Köln 1992
  • W. Eck, H. Galsterer (Hrsg.), Die Stadt in Oberitalien und in den nordwestlichen Provinzen des Römischen Reiches. Mainz am Rhein 1991
  • M. Müller, H.-J. Schalles, N. Zieling (Hrsg.), Colonia Ulpia Traiana. Xanten und sein Umland in römischer Zeit, Mainz am Rhein 2008.
  • Ein Traum von Rom: Stadtleben im römischen Deutschland [dieser Band erscheint zur Ausstellung "Ein Traum von Rom. Römisches Stadtleben in Südwestdeutschland", Rheinisches Landesmuseum Trier, 15. März bis 28. September 2014 ; Landesmuseum Württemberg, Stuttgart, 25. Oktober 2014 bis 12. April 2015]
  • 14 AD. Römische Herrschaft am Rhein, hg. von M. Trier und F. Naumann-Steckner im Auftrag der Stadt Köln, Begleitband zur Sonderausstellung 27. Juni bis 19. Oktober 2014, Köln 2014

Semester: SoSe 2024

Das römische Tunesien: Exkursion und begleitendes Seminar: 

Ziel der Exkursion ist die Analyse der römischen Städte im antiken Tunesien. Der Fokus liegt dabei neben den Fragen der Urbanistik vor allem auf der Erforschung der Wohnkultur der Kaiserzeit und Spätantike (wofür die Befundüberlieferung in Tunesien einzigartig ist).Anhand einer nachsichtigen Befundaufnahme und Analyse (auch mit Hilfe digitalerDokumentation, deren Anwendung mit den Studierenden vor Ort trainiert werden soll) sollen die Teilnehmenden in die Lage versetzt werden, eigenständig römische Stadtbefunde und besonders römisch-kaiserzeitliche Wohnbefunde (Architektur und Innenraumdekoration) zu erfassen und weitergehend kulturhistorisch zu interpretieren. Die Exkursion ist bewusst früher im Semester angesetzt; einführenden Seminarsitzungen werden die Grundlagen vor der Exkursion legen; die Erkenntnisse aus der Exkursion sollen dann ausführlicher in den folgenden Seminarsitzungen aufgearbeitet und weitergehend diskutiert werden.

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