Unzweifelhaft lässt sich für den Schulunterricht insbesondere in der Sekundarstufe II auch ohne curriculare Festlegungen von einem Kanon sprechen: Verantwortlich sind hierfür sicher hartnäckiges Brauchtum, normative Zuschreibungen der Literaturgeschichtsschreibung, gesellschaftliche Erwartungen, aber auch pragmatische Gründe wie die Verfügbarkeit geeigneter Textausgaben bzw. passender Unterrichtshilfen und in jüngerer Zeit auch Effekte des Zentralabiturs. Nach einer konzentrierten Klärung dieser Zusammenhänge werden im SE gängige Texte aus dem 19. sowie 20. Jahrhundert gelesen und mit Blick auf unterrichtsrelevante Aspekte kommentiert. Bei dieser Gelegenheit wird auch danach gefragt, wie das 19. und 20. Jahrhundert als schulisches Wissen literarhistorischer Zusammenhänge repräsentiert sind bzw. sein sollten. Das SE basiert auf der Bereitschaft zur gründlichen Lektüre.

Semester: SoSe 2020