In jüngster Zeit erscheinen erstaunlich viele Romane aus Afrika und der Diaspora, die auf historisch Stoffe zurückgreifen. Zwar waren historische Romane schon immer Bestandteil postkolonialer afrikanischer Literaturen, doch kann aktuell von einem regionenübergreifenden Boom gesprochen werden. Literarisch bearbeitet werden globale Ereignisse wie der erste und zweite Weltkrieg (z.B. D. Diop, A. Gurnah, M. Mengiste), der transatlantische Versklavungshandel (z.B. W. N’Sondé, L. Miano) und Kolonialismus (z.B. P. Gappah, L. Kubuitsile) aus dezidiert lokalen Perspektiven. Inwiefern unterscheidet sich das aktuelle Rewriting von Geschichte von frühen postkolonialen Klassikern des 20. Jahrhunderts? Welchen Beitrag leistet Literatur für Erinnerung, Gedenken und Aufarbeitung? Diesen Fragen werden wir im Seminar anhand von ausgewählten gemeinsamen sowie an Arbeitsgruppen verteilten Lektüren nachgehen, aus denen sich weiterführende Projekte entwickeln sollen.

Erwünscht, jedoch nicht zwingend notwendig sind literaturwissenschaftliche Vorkenntnisse. Bereitschaft, ein hohes Lesepensum zu bewältigen muss gegeben sein.

Teilnahmeschein: Aktive Teilnahme an den Seminardiskussionen und an einem Projekt, Präsentation von Zwischenergebnissen; Verfassen von mind. zwei Rezensionen  

MAP: Projektpräsentation 


Semester: SoSe 2023