Spätestens seit dem verbrecherischen russischen Angriffskrieg auf ukrainischem Territorium setzt sich mehr und mehr die Ansicht durch, dass der Pazifismus weder politisch noch ethisch als respektable Position anzusehen ist. Ich möchte durch Blick auf die letzten Kriege versuchen, eine haltbare Form von Pazifismus zu formulieren und zu begründen. Dabei werde ich auch erkenntnistheoretische Fragen zur Eindeutigkeit und Objektivität unseres prognostischen bzw. historischen Wissens über Kriegsverläufe berühren. 

Die Veranstaltung ist zwar als Einführungsvorlesung ("VEV") gedacht und setzt daher – natürlich – keine Vorkenntnisse voraus. Aber ich werde die HörerInnen nicht durch einen fairen Überblick philosophische Positionen zum Thema Krieg und Frieden einführen, sondern durch Provokation. Indem ich Thesen schärfe und begründe, die heute obsolet erscheinen, möchte ich anfangende PhilosophInnen zum Widerspruch und zum Selberdenken reizen. Auch fachfremde Universitätsmitglieder sind eingeladen, sich auf dieses Experiment einzulassen.


Semester: WiSe 2022/23