Im SE werden wir Auszüge deutschsprachiger Texte des Mittelalters mit unterschiedlicher Gattungszugehörigkeit genauer betrachten. Allen Textstellen ist gemein, dass mindestens eine der darin auftretenden Figuren, zumeist Protagonisten, sich in einem besonderen Ausnahmezustand befindet: sie erleidet einen scheinbaren Tod, ist ohnmächtig oder handelt auf andere Art und Weise nicht aktiv. Im Fokus soll ein erzähltheoretischer Ansatz stehen, bei dem wir unter anderem Figurenbeschreibung, Handlungsspielräume und auch Reaktionen der nicht-betroffenen Figuren thematisieren. Die verschiedenen Textauszüge unterschiedlicher Gattungen ermöglichen es außerdem, einen breiteren Einblick in die mittelhochdeutsche (und mittelniederdeutsche) Literatur zu erhalten und über verschiedene Gattungsmerkmale sowie Gattungsinterferenzen zu sprechen. Hierbei können Ähnlichkeiten und Unterschiede über das gesamte Semester hinweg herausgearbeitet werden. Es werden sowohl ‚geistliche‘ als auch ‚weltliche‘ Texte berücksichtigt, wobei nicht alle Primärtexte in Übersetzung vorliegen. Es wird zusätzlich mit Forschungsliteratur als zum Termin vorzubereitende Lektüre gearbeitet.
Das SE kann in Distanz über ein online-Format stattfinden und ggf. auf Präsenzlehre umgestellt werden. Geplant sind regelmäßig stattfindende Sitzungen via Zoom sowie zwei Wochen mit einer Selbstlerneinheit (asynchron). Ein Reader wird von der Dozentin zur Verfügung gestellt.

Semester: WiSe 2021/22