Das Drama als Gattung beruht auf der „Wiedergabe des zwischenmenschlichen Bezuges“ (Peter Szondi). Diese Wiedergabe kann allerdings sehr unterschiedlich ausfallen, ebenso wie die Vorstellungen von dem, was zwischen Menschen vor sich geht – und was davon auf einer Theaterbühne darstellbar ist. Diese Unterschiede betreffen nicht nur die fiktiven Charakterzüge oder sozialen Rollen dramatischer Personen, sondern auch ihre Redeanteile und ihre Zuständigkeit für den Aufbau und die Entwicklung einer Dramenhandlung. In der VL werden an exemplarischen Dramentexten von der Antike bis zur Gegenwart bestimmte Typen von Figuren und Figurenkonstellationen behandelt: Haupt- und Nebencharaktere, Protagonisten und Antagonisten, Doppelgänger, Familien und revoltierende Massen, Chöre und Kommentatoren, außerdem nicht-menschliche Akteure wie Puppen, Götter und Tiere.
Verlangt wird die Bereitschaft zum konzentrierten, aktiven Zuhören, empfohlen werden vor- und nachbereitende Lektüren. Spezielle Arbeitsleistungen fallen nicht an.
Die VL findet digital im Livestream statt und wird außerdem in Aufzeichnungen vorliegen.

Semester: WiSe 2021/22