„Ich komme mir komisch vor unter all diesen ‚alten‘ Leuten ...“ – dies schreibt Rolf Dieter Brinkmann „während auf [s]einem Dual-Plattenspieler HS 11 eine Platte der DOORS abläuft“ und erklärt die „alten Dichter“ für gedankenfaul und „lächerlich“. Brinkmann trägt damit zu einer Ende der 1960er Jahre intensiv geführten Debatte um Post- und Popmoderne bei, die den Ausgangspunkt des Seminars bilden wird. Das Ziel der gemeinsamen Arbeit besteht darin, den sozial- und kulturhistorischen Stellenwert von Popliteratur für das gesamte „literarische Feld“ (P. Bourdieu) zu bestimmen, wobei ein Akzent auf der zweiten Phase der Popliteratur ‚um 2000‘ liegt. Parallel zur Analyse mehrerer Romane sollen unterschiedliche Konzepte auf ihre literaturhistorische Brauchbarkeit hin erprobt werden („Literarisches Feld“, „Postmoderne“, „Erlebnisgesellschaft“, „Ästhetisierung“ u.a.).

Literatur

Heribert Tommek: Der lange Weg in die Gegenwartsliteratur. Studien zur Geschichte des literarischen Feldes in Deutschland von 1960 bis 2000. Berlin u.a. 2015; Thomas Hecken u.a.: Popliteratur. Eine Einführung. Stuttgart 2015; Roman oder Leben. Postmoderne in der deutschen Literatur. Hrg. von Uwe Wittstock. Leipzig 1994; Gerhard Schulze: Die Erlebnisgesellschaft. Kultursoziologie der Gegenwart. 2. Aufl. Frankfurt a.M. 2005; Andreas Reckwitz: Die Erfindung der Kreativität. Zum Prozess gesellschaftlicher Ästhetisierung. 6. Aufl. 2019; ders.: Die Gesellschaft der Singularitäten. Zum Strukturwandel der Moderne. Berlin 2017.

Bemerkung

Diese LV findet weitgehend synchron per Videokonferenz statt, kombiniert mit asynchrone Phasen des Selbststudiums und der Gruppenarbeit.

Semester: SoSe 2021